Frankfurt am Main,
09
Januar
2020
|
09:46
Europe/Amsterdam

Gesundheitsimmobilienmarkt mit starkem Schlussquartal

  • Transaktionsvolumen 2019 bei 2,1 Milliarden Euro

  • Spitzenrendite für Pflegeheime sinkt auf 4,5 Prozent

  • Verstärktes Investoreninteresse an Ärztehäusern und betreutem Wohnen

2019 wurden am deutschen Transaktionsmarkt für Gesundheitsimmobilien 2,1 Milliarden Euro investiert. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang um 32 Prozent. Mit rund 1,2 Milliarden Euro entfiel der Großteil der Investmentaktivitäten auf Pflegeheime, gefolgt von Seniorenresidenzen und Wohnstiften (470 Millionen Euro) sowie Ärztehäusern (263 Millionen Euro) und Kliniken (135 Millionen Euro). Mit 757 Millionen Euro handelte es sich bei dem vierten Quartal 2019 um das stärkste jemals gemessene Schlussquartal am Gesundheitsimmobilienmarkt Deutschland. Dominiert wurde das Transaktionsgeschehen 2019 von internationalen Investoren, auf die 62 Prozent (rund 1,3 Milliarden Euro) des gesamten Investitionsvolumens entfielen. Dies ist das Ergebnis des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.

Der deutliche Unterschied zu den größeren Investitionsvolumina 2016 und 2018 ist nicht auf ein mangelndes Investoreninteresse zurückzuführen. Vielmehr beherrscht ein starker Produktmangel den Markt, der das Transaktionsvolumen begrenzt – denn derartig große Portfoliotransaktionen, wie wir sie 2016 und 2018 gesehen haben, sind bei Gesundheitsimmobilien aufgrund des im Vergleich zu anderen Assetklassen noch immer relativ kleinen Marktes nur selten möglich. Das Interesse der Investoren an Gesundheitsimmobilien hingegen ist sehr groß.“ Speziell institutionelle Investoren zielen auf die Assetklasse ab und weiten ihr Anlagespektrum auch auf Objekte jenseits von Pflegeheimen aus. So wuchs das Transaktionsvolumen für Ärztehäuser verglichen mit 2018 um 55 Prozent auf 263 Millionen Euro. Auch das Segment Betreutes Wohnen rückt stärker in den Fokus der Investoren. Mit einem Investitionsvolumen von 46 Millionen Euro ist der Bereich zwar noch recht überschaubar; sein Wachstum (2019: plus 131 Prozent) dürfte sich jedoch fortsetzen. „Betreutes Wohnen ist für Investoren attraktiv, da dieses Segment im Vergleich zu Pflegeheimen noch keiner starken Regulatorik unterworfen ist.
Dirk Richolt, Leiter Gesundheitsimmobilien Germany
Dr. Jan Linsin, Head of Research Germany
Auch der von allen Akteuren –  seien es die Betreiber, die Entwickler oder die Investoren – gewünschte Neubau und somit das Schaffen von neuen Pflegeheimplätzen ist nur in begrenztem Rahmen möglich.
Dr. Jan Linsin, Head of Research Germany

Grund dafür ist unter anderem das knappe Bauland. Im Vergleich zu anderen Assetklassen sind bei Gesundheitsimmobilien die hohen Kosten für Grundstücke und Bau wirtschaftlich häufig nicht tragbar.

Insgesamt flossen 2019 rund 400 Millionen Euro in Neubauprojekte oder Modernisierungsobjekte, das entspricht 19 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens.

Tim Schulte, Director Valuation Advisory Services
Der steigende Anlagedruck und der Nachfrageüberhang haben die Renditen für Gesundheitsimmobilien auch 2019 weiter sinken lassen.
Tim Schulte, Director Valuation Advisory Services

Ende 2019 bewegten sich die Spitzenrenditen für moderne Pflegeheime bei 4,5 Prozent. Verglichen mit Ende 2018 ist dies eine Renditekompression um 0,25 Prozentpunkte. Somit ist auch der Abstand zu den Spitzenrenditen für Hotelimmobilien, der anderen großen Betreiberimmobilienassetklasse, auf 0,75 Prozentpunkte gesunken.

Ausblick auf 2020

Wir gehen davon aus, dass das enorme Investoreninteresse an Gesundheitsimmobilien auch 2020 weiter anhalten wird – begrenzt allein durch die Produktverfügbarkeit. Auch die Renditen dürften im laufenden Jahr weiter sinken – wobei die Investoren dabei genau auf ihre Anlagekriterien wie Lage, Objekt und Betreiber achten.
Dirk Richolt, Leiter Gesundheitsimmobilien Germany

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansprechpartner:

Dirk Richolt
CBRE GmbH
Head of Real Estate Finance
+49 69 17 00 77 628
dirk.richolt@cbre.com

Dr. Jan Linsin
CBRE GmbH
Head of Research Germany
+49 69 17 00 77 404
jan.linsin@cbre.com

Tim Schulte
CBRE GmbH
Director Valuation Advisory Services
+49 30 72 61 54 176
tim.schulte@cbre.com

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Weitere Informationen zu CBRE:

CBRE ist – in Bezug auf den Umsatz im Geschäftsjahr 2018 – der größte globale Immobiliendienstleister. Mit mehr als 90.000 Mitarbeitern in über 480 Büros steht CBRE Investoren und Immobiliennutzern als Partner für alle Immobilienbelange weltweit zur Seite.

CBRE bietet ein breites Spektrum an integrierten Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie: von der strategischen und technisch-wirtschaftlichen Beratung wie u. a. beim An- und Verkauf oder der An- und Vermietung, über die Verwaltung und Bewertung von Immobilien bis hin zum Portfolio-, Transaktions-, Projekt- und Facility-Management. CBRE bietet über alle Assetklassen hinweg maßgeschneiderte Beratung aus einer Hand.

Die CBRE Group, Inc. (NYSE:CBRE), ist ein Fortune 500- und S&P 500-Unternehmen mit Hauptsitz in Los Angeles, Kalifornien. Seit 1973 ist CBRE Deutschland mit seiner Zentrale in Frankfurt am Main vertreten, weitere Niederlassungen befinden sich in Berlin, Düsseldorf, Essen, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. www.cbre.de