Frankfurt,
04
Oktober
2023
|
13:10
Europe/Amsterdam

Einzelhandelsimmobilien tragen zu einem Viertel des Volumens am Gewerbeimmobilieninvestmentmarkt bei

  • Investmentvolumen von 4,3 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten 2023 – 38 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums
  • Spitzenrenditen stiegen in den letzten zwölf Monaten je nach Segment um 0,6 bis 1,12 Prozentpunkte
  • Fachmärkte und Fachmarktzentren kamen auf einen Anteil von 55 Prozent

Der deutschen Einzelhandelsimmobilieninvestmentmarkt verzeichnete in den ersten drei Quartalen 2023 ein Transaktionsvolumen von 4,3 Milliarden Euro. Zwar handelt es sich dabei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um einen Rückgang um 38 Prozent, aber dennoch erreichte das Segment damit nach Wohnimmobilieninvestments zusammen mit Logistik den zweiten Rang auf dem deutschen Immobilieninvestmentmarkt. 36 Prozent des Transaktionsvolumens entfielen auf die Top-7-Städte, 13 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Größter Abschluss im bisherigen Jahresverlauf und über alle Assetklassen hinweg war im dritten Quartal der Verkauf des gesamten X+Bricks-Portfolios (188 Objekte) für mehr als eine Milliarde Euro an den Investment und Asset Manager Slate Asset Management. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.

Jan Schönherr, Head of Retail Investment

Wie fast alle Immobiliensegmente spürt auch der Einzelhandelsimmobilieninvestmentmarkt die andauernden Auswirkungen der Zinswende und des damit verbundenen Preisfindungsprozesses.

Jan Schönherr, Head of Retail Investment

Den größten Anteil am Transaktionsvolumen hatten Fachmärkte und Fachmarktzentren, die zusammen auf 55 Prozent kamen – auch aufgrund der X+Bricks-Transaktion. Mit 35 Prozent kamen 1A-Handelsimmobilien auf Platz zwei im Ranking der Einzelhandelssegmente. Auf Shopping-Center entfielen lediglich gut fünf Prozent.

Speziell die institutionellen Investoren aus Deutschland sind noch immer sehr zurückhaltend. Internationale Investoren steigerten dagegen ihren Anteil am Einzelhandelstransaktionsmarkt um 23 Prozentpunkte auf 58 Prozent. Ebenfalls erhöhte Marktaktivitäten gibt es seitens kapitalstarker Family Offices und Privatpersonen.

Renditeanstieg geht weiter – aber langsamer

Dr. Jan Linsin, Head of Research

Zuzüglich der Bankenmarge und des Risikoaufschlages ist es nicht verwunderlich, dass insbesondere im großvolumigen Bereich mit Beteiligung institutioneller Investoren aus dem In- und Ausland das Pricing einer weiteren Korrektur bedarf.

Dr. Jan Linsin, Head of Research

Denn die Finanzierungszinsen, beispielsweise gemessen am fünfjährigen EURO-Swap als Referenzzinssatz, liegen derzeit bei 3,4 Prozent. Und die risikolose Anlage in Form der zehnjährigen Bundesanleihe lag zuletzt bei über drei Prozent. Allein die Benchmarkrendite hat in den letzten 18 Monaten um zwei Prozentpunkte zugelegt. Diesen Renditeanstieg preisen die Investoren bei ihrer potenziellen Immobilienallokation ein und verlangen dementsprechend eine adäquate Risikoprämie, um die Risiken bei dem Investment in Sachvermögen zu kompensieren.

Anne Gimpel, Team Leader Valuation Advisory Services

Mittlerweile sehen wir jedoch ein erstes Abflachen des Renditeanstiegs. So legte die Spitzenrendite von Lebensmittelmärkten im vergangenen Quartal lediglich um 0,1 Prozentpunkte zu – auf 4,7 Prozent.

Anne Gimpel, Team Leader Valuation Advisory Services

Den stärksten Anstieg verzeichneten Shopping-Center in A-Standorten – um 0,4 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent. An B-Standorten legten Shopping-Center um 0,35 Prozentpunkte auf 6,85 Prozent zu. 1A-Handelsimmobilien in den Top-Märkten wiesen einen Anstieg der Spitzenrendite um 0,3 Prozentpunkte auf 4,54 Prozent auf. Und bei Fachmarktzentren waren 0,25 Prozentpunkte auf nun fünf Prozent.

Prognose für das Gesamtjahr 2023

„Bis zum Jahresende dürfte sich das Investitionsvolumen am Einzelhandelsimmobilienmarkt in Richtung sechs Milliarden Euro bewegen“, erwartet Schönherr. „Das ist deutlich weniger als noch 2022, wird dem Segment aber wahrscheinlich den ersten Platz unter den Gewerbeimmobilienassetklassen sichern. Gerade im großvolumigen Bereich wird es für Investoren in den kommenden Monaten attraktive Möglichkeiten geben, denn diverse Produkte kommen auf den Markt.“

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Über CBRE

CBRE Group, Inc. (NYSE:CBRE), ein Fortune 500- und S&P 500-Unternehmen mit Hauptsitz in Dallas, ist das weltweit größte Immobiliendienstleistungs- und Investment-Unternehmen – in Bezug auf den Umsatz im Geschäftsjahr 2022. Mit mehr als 115.000 Mitarbeitern (exkl. Turner & Townsend Mitarbeiter) in über 100 Ländern bietet das Unternehmen ihren vielfältigen Kunden integrierte Dienstleistungen über den gesamten Immobilien-Lebenszyklus: von der strategischen und technisch-wirtschaftlichen Beratung wie u. a. beim An- und Verkauf oder der An- und Vermietung, über die Entwicklung, Verwaltung und Bewertung von Immobilien bis hin zum Transaktions-, Projekt-, Facility- sowie Investment-Management.

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