Frankfurt am Main,
17
April
2019
|
16:25
Europe/Amsterdam

Deutscher Logistikmarkt: Solides Auftaktquartal bei ungebrochener Nutzernachfrage

  • Flächenumsatz von knapp 1,25 Millionen Quadratmetern; unterhalb des Niveaus der Vorjahre
  • Angebotsknappheit bremst Marktaktivitäten in Top-5-Märkten aus: Umsatzrückgang um 32 Prozent
  • Umsatzplus in sekundären Logistik-Clustern

Im ersten Quartal 2019 wurden auf dem deutschen Lager- und Logistikmarkt knapp 1,25 Millionen Quadratmeter (Mieter und Eigennutzer) umgesetzt. Damit wurde das Ergebnis des ersten Quartals 2018 um rund vier Prozent unterschritten. Auch im Vergleich zu den ersten Quartalen der fünf vergangenen Jahre liegt das aktuelle Ergebnis fünf Prozent unter dem Durchschnitt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.

Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics Germany
Die Aktivität am Logistikimmobilienmarkt war in den ersten Monaten 2019 ein wenig verhalten. Dies gilt auch, wenn man berücksichtigt, dass das erste Quartal meist eine geringere Aktivität aufzeigt als die Folgequartale. Unsere Gespräche mit den Nutzern zeigen jedoch, dass dieser Rückgang keineswegs auf eine schwächelnde Nachfrage zurückzuführen ist. Wir sehen weiter einen lebhaften Mietermarkt und häufig gibt es mehrere konkrete Interessenten für freie Flächen. Der Markt benötigt weitere spekulative Flächen, da im Bestand wenig Fläche frei wird. Das leichte Stocken der deutschen Exportwirtschaft ist am Logistikmarkt bisher also nicht zu vernehmen – wie sich dies im weiteren Jahresverlauf entwickelt, bleibt abzuwarten. Da große Teile des Logistikmarktes jedoch sowohl von der Konsumkonjunktur wie auch von dem E-Commerce-Trend getrieben werden, erwarten wir keinen Rückgang der Marktaktivitäten.
Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics Germany

 

Flächenmangel in Top-5-Märkten setzt sich fort

In den Top-5-Märkten ist das aufgenommene Lager- und Logistikvolumen weiter zurückgegangen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2018 ging der Umsatz an diesen Märkten um durchschnittlich 18 Prozent auf zusammen 348.000 Quadratmeter zurück. „Der Nachfrageüberhang führt speziell an den gefragtesten Märkten zu Mietwachstum“, sagt Koepke. Zudem werden die Mieten getrieben durch die steigenden Grundstücks- und Baukosten, letztere bedingt auch durch die hohe Auslastung der Bauunternehmen. Verglichen mit dem ersten Quartal 2018 stieg die durchschnittliche Spitzenmiete in den Top-5-Märkten leicht an und liegt nun bei 5,50 Euro pro Quadratmeter und Monat in Berlin (plus 18 Prozent im Vorjahresvergleich), 5,50 Euro in Düsseldorf (plus zwei Prozent), 6,50 Euro in Frankfurt (plus drei Prozent), 6,00 Euro in Hamburg (plus drei Prozent) und unverändert 7,00 Euro in München. „Auch wenn die Aussagekraft der Spitzenmieten angesichts der geringen Flächenvolumen dieser Märkte niedrig ist, erwarten wir trotz des Nachfrageüberhanges kein deutliches Überschreiten der sieben-Euro-Grenze. Vielmehr dürften vor allem die Durchschnittsmieten spürbar wachsen“, sagt Koepke. „Auch werden sich die Nutzer wie bisher noch stärker Alternativen in der Peripherie zuwenden.“

Ein Umsatzplus verzeichneten Logistik-Cluster außerhalb der Top-5-Märkte. Insgesamt wurden hier gut 900.000 Quadratmeter umgesetzt, ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders dynamisch zeigten sich dabei die Logistik-Cluster Ruhrgebiet (123.600 Quadratmeter, plus 20 Prozent), Hannover (81,400 Quadratmeter, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr), und Rhein-Neckar (60.500 Quadratmeter, plus drei Prozent). Starke Nachfrage erfahren auch die Märkte entlang der A4 (Sachsen & Thüringen) sowie Magdeburg. Neun der zehn größten Deals des vergangenen Quartals fanden in Regionen außerhalb der Top-5-Märkte statt. Acht der zehn waren zudem Neubauten und Projektentwicklungen. Insgesamt hatten diese einen Anteil von 59 Prozent am Umsatzvolumen, ein Minus von neun Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „In den kommenden Monaten dürfte der Anteil des Neubaus steigen, da im Winter traditionell seltener mit dem Bau begonnen wird und die Entwicklungen von Eigennutzern erst dann erfasst werden können“, erklärt Koepke.

Flächenumsatz in den Top-5-Standorten und den übrigen Märkten (in Quadratmeter)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Logistikmarkt Deutschland: Flächenumsatz (Vermietung und Eigennutzung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausgewählte Flächenumsätze Q1 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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CBRE ist – in Bezug auf den Umsatz im Geschäftsjahr 2018 – der größte globale Immobiliendienstleister. Mit mehr als 90.000 Mitarbeitern in über 480 Büros steht CBRE Investoren und Immobiliennutzern als Partner für alle Immobilienbelange weltweit zur Seite.

CBRE bietet ein breites Spektrum an integrierten Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie: von der strategischen und technisch-wirtschaftlichen Beratung wie u. a. beim An- und Verkauf oder der An- und Vermietung, über die Verwaltung und Bewertung von Immobilien bis hin zum Portfolio-, Transaktions-, Projekt- und Facility-Management. CBRE bietet über alle Assetklassen hinweg maßgeschneiderte Beratung aus einer Hand.

Die CBRE Group, Inc. (NYSE:CBG), ist ein Fortune 500- und S&P 500-Unternehmen mit Hauptsitz in Los Angeles, Kalifornien. Seit 1973 ist CBRE Deutschland mit seiner Zentrale in Frankfurt am Main vertreten, weitere Niederlassungen befinden sich in Berlin, Düsseldorf, Essen, Hamburg, Köln, München, Nürnberg und Stuttgart. www.cbre.de

 

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