Frankfurt,
19
August
2016

Kreditnachfrage bei Gewerbeimmobilien sinkt drastisch

  • Darlehensbestand seit Ende 2010 um circa 14 Prozent gesunken

  • Investment- und Transaktionsmarkt nicht vom Kreditmarkt getrieben

  • Sinkende Finanzierungsausläufe und geringere Kreditnachfrage treffen insbesondere den großvolumigen Bereich

  • Hoher Eigenkapitalanteil bei großvolumigen Geschäften

In den vergangenen fünf Jahren ist der Darlehensbestand bei Gewerbeimmobilien deutlich gesunken: Ende 2010 lag der aggregierte Darlehensbestand noch bei rund 302 Milliarden Euro. Zum Jahresende 2015 verringerte er sich nominell um knapp 14 Prozent auf gut 261 Milliarden Euro. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Reports „Deutschlands Immobilienfinanzierungsmarkt: Veränderte Kreditnachfrage im Niedrigzinsumfeld“ des Immobilienberatungsunternehmens CBRE. Der Report untersucht die Abhängigkeit des deutschen Investmentmarktes von der Kreditvergabeseite, insbesondere im Zusammenhang aktuell deutlich strafferer Kreditstandards.

Darlehensbestand im gewerblichen Immobilienbereich (Ende 2010 und Ende 2015)

 

Auf den Gewerbeimmobilienmärkten ist dagegen eine langanhaltende Aufwärtsbewegung des Investmenttransaktionsvolumens zu beobachten. Das jährliche Investmenttransaktionsvolumen ist von Ende 2010 bis Ende 2015 um den Faktor 2,9 auf zuletzt 55,2 Milliarden Euro gestiegen.

Dr. Jan Linsin, Head of Research
Die derzeitigen Entwicklungen zeigen, dass ein steigendes Investitionsvolumen nicht automatisch eine steigende Kreditnachfrage nach sich zieht.
Dr. Jan Linsin, Head of Research
Dirk Richolt, Head of Real Estate Finance
Im gewerblichen Immobiliensegment wird weniger Fremdfinanzierung nachgefragt und dafür mehr Eigenkapital eingesetzt. Als Konsequenz ist bei steigenden Investitionsaktivitäten das Kreditvolumen signifikant zurückgegangen. Das aktuelle Finanzierungsumfeld hat zu einem stärker eigenkapitalbasierten Immobilienmarkt geführt.
Dirk Richolt, Head of Real Estate Finance

Klassische Immobilienfinanzierer verlieren an Bedeutung / Versicherungen legen zu
Insbesondere bei klassischen Immobilienfinanzierern wie Hypothekenbanken und Landesbanken sind die Kreditbestände sehr deutlich zurückgegangen. Diese Banken stemmen vor allem großvolumige Transaktionen. So ist der Kreditbestand bei Hypothekenbanken seit Ende 2010 um 43 Prozent und bei den Landesbanken um 22 Prozent zurückgegangen. Darüber hinaus wurden alte Darlehen von ausländischen Banken weitgehend abgebaut. Dies gilt auch für Verbriefungen (CMBS). Zugelegt haben dagegen Versicherungsgesellschaften. Diese treten zunehmend als Kreditgeber auf. So legte der Kreditbestand im Gewerbeimmobilienbereich bei Versicherungen um 27 Prozent zu. Ein Kreditwachstum hat es zudem bei Sparkassen (+10 Prozent) und Volksbanken (+56 Prozent) gegeben. Diese Banken finanzieren eher private, lokale oder kleinere überregionale Immobilieninvestoren. 

Negative Renditen auf Bundesanleihen verstärken Trend zu Eigenkapitaleinsatz
„Der hohe Eigenkapitaleinsatz bei großvolumigen Transaktionen und das Wachstum der kreditfinanzierten Immobilieninvestitionen im privaten Bereich machen den Anlagenotstand sehr deutlich“, erklärt Richolt. „Institutionelle Investoren müssen in Anbetracht inflationierter Wertpapiervermögen ihre Immobilienanalagen erhöhen, um die Allokationsquoten zumindest beizubehalten. Private Investoren nutzen das Niedrigzinsumfeld, um ihre Immobilienanlage zu hebeln“, so Richolt. Dieser Trend habe sich in letzter Zeit durch negative Renditen auf Bundesanleihen bis in den zehnjährigen Bereich noch verstärkt.

 

Den vollständigen Report finden Sie hier. 

 

Ansprechpartner:
Dirk Richolt
CBRE GmbH
Head of Real Estate Finance Germany
+49 69 17 00 77 628

dirk.richolt@cbre.com

Dr. Jan Linsin
CBRE GmbH
Head of Research Germany
+49 69 17 00 77 663

jan.linsin@cbre.com

 

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Weitere Informationen zu CBRE:
CBRE Group, Inc. (NYSE:CBG), das Fortune 500- und S&P 500-Unternehmen mit Hauptsitz in Los Angeles, Kalifornien, ist das – in Bezug auf den Umsatz im Geschäftsjahr 2015 – weltweit größte Dienstleistungsunternehmen auf dem gewerblichen Immobiliensektor. Mit über 70.000 Mitarbeitern in über 400 Büros weltweit (exklusive Beteiligungsgesellschaften und Verbundunternehmen) ist CBRE Immobiliendienstleister für Eigentümer, Investoren und Nutzer von gewerblichen Immobilien. Die Dienstleistungsschwerpunkte umfassen die Bereiche Capital Markets, Vermietung, Valuation, Corporate Services, Research, Retail, Investment Management, Property- und Project-Management sowie Building Consultancy. Seit 1973 ist CBRE Deutschland mit seiner Zentrale in Frankfurt am Main vertreten, weitere Niederlassungen befinden sich in Berlin, Düsseldorf, Essen, Hamburg, Köln, München, Nürnberg und Stuttgart. www.cbre.de

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